Vorbereitungskommission für die Organisation des Vertrags
über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO)
Verbot und Verhütung nuklearer Explosionen
Ziel
Der Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) verbietet Nukleartests auf dem ganzen Planeten - auf der Erdoberfläche, in der Atmosphäre, Unterwasser und unterirdisch.
Warum
Um die Entwicklung von Nuklearwaffen aufzuhalten: sowohl die Erstentwicklung von Nuklearwaffen, als auch ihre substanzielle Verbesserung (H-Bombe) machen Nukleartests erforderlich. Der CTBT macht es für Länder, die noch über keine Nuklearwaffen verfügen, fast unmöglich, solche zu entwickeln. Er macht es auch für Länder, die bereits im Besitz dieser Waffen sind, unmöglich, neuere oder weiterentwickelte Waffen herzustellen. Er hilft dabei, Schäden vorzubeugen, die bei Nukleartests für Mensch und Umwelt entstehen.
Geschichte
Zwischen 1945 und 1996, als der CTBT zur Unterzeichnung aufgelegt wurde, fanden über 2000 Atomtests statt, die von den Vereinigten Staaten (mehr als 1000), der Sowjetunion (700), Frankreich (mehr als 200), Vereintes Königreich Großbritannien und Nordirland (45) und China (45) durchgeführt wurden. Drei Staaten haben das faktische Moratorium gebrochen und testeten ab 1996 Atomwaffen: Indien und Pakistan im Jahr 1998 und die Demokratische Volksrepublik Korea im Jahr 2006. Es wurde während des Kalten Krieges immer wieder versucht, einen umfassenden Teststopp auszuhandeln, aber erst in den neunziger Jahren wurde der Vertrag Wirklichkeit. Der CTBT wurde in Genf zwischen 1994 und 1996 ausgehandelt.
Der Vertrag ist noch nicht in Kraft
Alle 44 Staaten, die gesondert im Vertrag angeführt sind - also diejenigen, die über Nukleartechnologie zum Zeitpunkt der letzten Vertragsverhandlungen im Jahr 1996 verfügten - müssen den CTBT unterzeichnen und ratifizieren, bevor er in Kraft treten kann. Von diesen Ländern fehlen immer noch neun Ratifizierungen: Ägypten, China, die Demokratische Volksrepublik Korea, Indien, Indonesien, der Iran, Israel, Pakistan und die Vereinigten Staaten. Indien, die Demokratische Volksrepublik Korea und Pakistan müssen den CTBT auch noch unterzeichnen. 180 Staaten haben den Vertrag unterzeichnet, wovon 148 ratifiziert haben (Stand: Mai 2009), einschließlich drei der Atomwaffenstaaten: Frankreich, die Russische Föderation und das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland.
Die Vertragsorganisation
Da der Vertrag noch nicht in Kraft getreten ist, nennt man die Organisation Vorbereitungskommission für die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen, kurz CTBTO. Sie wurde im Jahr 1996 gegründet, und hat heute um die 260 Mitarbeiter, die aus 80 der 180 Vertragsstaaten kommen. Geleitet wird sie vom Ungarn Tibor Tóth, dem Exekutivsekretär der Organisationen. Hauptaufgaben der CTBTO sind die Förderung des Vertrages und der Aufbau des Verifikationsregimes, das, sobald der Vertrag in Kraft tritt, einsatzbereit sein soll. Das Budget der Organisation liegt bei ungefähr 117 Millionen US-Dollar bzw. 86 Millionen Euro.
Das Verifikationsregime
Der Kern des einzigartigen und flächendeckenden Verifikationsregimes ist das internationale Überwachungssystem (IMS). Wenn der Vertrag in Kraft treten wird, wird es aus weltweit 337 Anlagen bestehen, die fortlaufend den Erd ball nach Anzeichen für eine Nuklearexplosion überwachen. Ungefähr 70 Prozent dieser Anlagen senden bereits ihre Daten an das Internationale Datenzentrum im Wiener Hauptquartier.
IMS wendet vier Analysetechnologien an, die auf dem neuesten Stand der Technik sind:
Seismisch: 50 Primär- und 120 Hilfsstationen überprüfen Schockwellen in der Erde. Die große Mehrheit dieser Schockwellen - viele Tausend jedes Jahr - werden durch Erdbeben verursacht. Von Menschen verursachte Explosionen, etwa Bergwerkssprengungen oder der Atomtest, der von der Demokratischen Volksrepublik Korea im Jahr 2006 angekündigt wurde, werden ebenso registriert.
Hydroakustisch: 11 Hydrophonstationen "lauschen" akustischen Schwingungen in den Ozeanen. Akustische Schwingungen von Explosionen haben Unterwasser eine sehr große Reichweite.
Infraschall: 60 Stationen auf der Erdoberfläche sind in der Lage, Akustikschwingungen (unhörbar für das menschliche Ohr) mit extrem niedriger Frequenz aufzuspüren, die bei großen Explosionen entstehen.
Radionuklid: 80 Stationen prüfen die Atmosphäre auf radioaktive Partikel, 40 davon spüren auch Edelgase auf. Nur diese Instrumente können einen klaren Hinweis darauf geben, ob es sich bei einer Explosion, die durch die anderen Messmethoden registriert wurde, um eine nukleare gehandelt hat. Diese Stationen werden von 16 radionukliden Laboratorien unterstützt.
Inspektionen vor Ort
Wenn die Daten der IMS-Stationen einen Atomtest aufzeigen, kann ein Mitgliedstaat den Antrag auf Inspektion vor Ort stellen, die Beweise für eine endgültige Beurteilung sammelt, ob eine atomare Explosion - also eine Vertragsverletzung - wirklich stattgefunden hat. Diese Möglichkeit besteht allerdings erst, wenn der CTBT in Kraft getreten ist. Eine großangelegte Inspektionsübung wurde im September 2008 in Kasachstan durchgeführt.
Zivile und wissenschaftliche Anwendungen
Die IMS-Daten werden den Mitgliedstaaten des CTBT und anderen internationalen Organisationen zur Verfügung gestellt. Sie werden auch in anderen Anwendungen als der Untersuchung des Testverbotes benutzt, wie etwa der Tsunami-Frühwarnung - indem aktuellste Daten bereitgestellt werden -, der Erforschung des Erdkerns, der Meere und des Klimawandels sowie bei der Überwachung von Erdbeben und Vulkanen.
Weitere Informationen:
Presseanfragen:
Annika
Thunborg
Sprecherin, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit
Vorbereitungskommission für die CTBTO
Internationales Zentrum Wien
Postfach 1200, 1400 Wien, Österreich
Telefon: (+43-1) 26030-6375
Mobil: (+43-699) 1459-6375
Email: annika.thunborg@ctbto.org
Informationsmaterial:
Christian
Evertz
Vorbereitungskommission für die CTBTO
Internationales Zentrum Wien
Postfach 1200, 1400 Wien, Österreich
Telefon: (+43-1) 26030-6108
Mobil: (+43-664) 512 9409
Email: christian.evertz@ctbto.org
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