ZIELE FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Die Entstehung der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung

Hintergrundinformation

Im Jahr 2000 haben sich die führenden Politiker der Welt eine Reihe von zeitlich festgelegten Zielen bis 2015 gesetzt, die als Millenniums-Entwicklungsziele bekannt wurden. Dank der vielen Menschen, die aktiv wurden, und den massiven globalen Bemühungen haben wir echte Fortschritte gemacht. Die Zahl der Menschen, die in Armut leben, wurde seit 1990 mehr als halbiert. Mehr als eine Milliarde Menschen haben Zugang zu saubererem Wasser bekommen.

Dennoch leben noch immer 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut. Alle vier Sekunden stirbt ein Kind an vermeidbaren Erkrankungen und mehr als 800 Millionen, hauptsächlich Frauen und junge Menschen, leiden an chronischem Hunger. Währenddessen wächst die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,5 Milliarden und das Ernährungssystem erreicht seine Belastungsgrenze.

Der Klimawandel droht Millionen von Leben zu zerstören und den Fortschritt, der bisher erreicht wurde, zunichte zu machen. Die Ungleichheit wächst überall und die Menschenrechte werden in den anfälligsten und von Konflikten betroffenen Ländern untergraben, während die Weltwirtschaft weiter stockt.

Eine Debatte über was nach Ende der Millenniums-Entwicklungsziele 2015 kommen wird war notwendig.

Prozess

Die Rio+20 Konferenz über nachhaltige Entwicklung von 2012 initiierte einen umfassenden zwischenstaatlichen Prozess, um eine Reihe von Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) vorzubereiten. Eine Offene Arbeitsgruppe von Vertretern aus 30 UNO-Mitgliedsländern präsentierte im September 2014 einen Vorschlag für die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Der Vorschlag enthielt bereits eine Reihe von 17 Zielen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon gründete das ' UN System Task Team on the Post-2015 UN Development Agenda' (Arbeitsgruppe des UN-Systems für die Entwicklungsagenda der Vereinten Nationen nach 2015). Unter dem Vorsitz der Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (DESA) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) bringt das Team mehr als 60 UNO-Büros und internationale Organisationen zusammen.

In seinem ersten Bericht an den Generalsekretär " Realizing the Future We Want for All" (Verwirklichung der Zukunft, die wir für Alle wollen), definierte das Task Team eine Vision für die Entwicklungsagenda nach 2015 und schlägt vier wesentliche Dimensionen vor, die bei der Zielsetzung hilfreich sein können. Diese sind: (1) umfassende soziale Entwicklung; (2) umfassende wirtschaftliche Entwicklung; (3) ökologische Nachhaltigkeit; und (4) Frieden und Sicherheit. Das Task Team evaluierte auch, wie verschiedene Themen potentiell in einem neuen Rahmen reflektiert werden können.

Im Juli 2012 lancierte der Generalsekretär seine Hochrangige Gruppe namhafter Persönlichkeiten ( High-level Panel of Eminent Persons), die Anleitungen und Empfehlungen für die Entwicklungsagenda nach 2015 abgeben. Der Bericht der Gruppe, der im Mai 2013 veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass sich die Agenda nach 2015 auf Folgendes konzentrieren muss: niemanden zurück zu lassen; nachhaltige Entwicklung ins Zentrum zu rücken; die Wirtschaft für Jobs und partizipatives Wachstum umzugestalten; Frieden, sowie effiziente, offene und rechenschaftspflichtige Institutionen für Alle zu schaffen; und eine neue globale Partnerschaft zu formen.

Diese Prozesse wurden von nationalen Konsultationen in mehr als 60 Ländern und elf thematischen Konsultationen umgesetzt, die von der Entwicklungs-Gruppe der Vereinten Nationen organisiert wurden. Die elf thematischen Konsultationen waren: Konflikt und Unsicherheit; Bildung; ökologische Nachhaltigkeit; Führung; Wachstum und Beschäftigung; Gesundheit; Hunger, Lebensmittel und Ernährung; Ungleichheiten; Bevölkerungsentwicklung; Energie; und Wasser. Regionale Konsultationen wurden von den Regionalen Wirtschaftskommissionen organisiert.

Ein Zwischenstaatlicher Expertenausschuss über eine nachhaltige Entwicklungs-finanzierung veröffentlichte Möglichkeiten für die Finanzierung der nachhaltigen Entwicklungsziele.

Um Koheränz in den verschiedenen Arbeitsabläufen zu gewährleisten, wurde eine informelle Koordinierungsgruppe aus vier Beigeordneten Generalsekretären (ASGs) geschaffen.

Im Laufe des Jahres 2014 berief der Präsident der UNO-Generalversammlung mehrere Sitzungen unter dem Motto "The Post-2015 Development Agenda - Setting the Stage" ("Weichenstellung für die Post-2015-Entwicklungsagenda") ein.

Ein Abschlussbericht des UNO-Generalsekretärs wurde im Jänner 2015 vorgestellt. Der Bericht vereint wichtige Empfehlungen, die für 2015 die richtige Zeit für globales Handeln sehen.

Zwischenstaatliche Verhandlungen endeten im September 2015, als das neue entwicklungspolitische Rahmenkonzept vereinbart wurde.

Bedeutende Unterschiede zwischen den MDGs und den SDGs liegen darin, wie sie entwickelt wurden, was sie beinhalten und an wen sie adressiert sind.