Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/941
4. Juni 2019

UNO-Generalsekretär António Guterres

Erklärung zum Weltumwelttag

5. Juni 2019

Das Thema des diesjährigen Weltumwelttages ist Luftverschmutzung. Auf der ganzen Welt - von den Megasstädten bis zu den kleinen Dörfern - atmen Menschen schmutzige Luft ein. Geschätzte neun von zehn Menschen weltweit sind Luftschadstoffen ausgesetzt, die die Leitlinien für Luftqualität der Weltgesundheitsorganisation überschreiten. Dies verkürzt die Lebenserwartung und schädigt Ökonomien auf dem ganzen Planeten.

Um die Luftqualität zu verbessern, müssen wir unseren Feind kennen. Todesfälle und Krankheiten aufgrund von Luftverschmutzung werden durch kleine Partikel verursacht, die unsere Abwehrmechanismen durchdringen, jedesmal wenn wir unsere Lungen mit Luft füllen. Diese Partikel kommen aus vielen Quellen: Verbrennen von fossilen Brennstoffen für Energie und Transport; Chemikalien und Minenindustrie; offene Müllverbrennung; Abbrennen von Feldern und Wäldern; und bei der Verwendung von Holz und Kohle zum Kochen und Heizen mit Brennstoffen, die in den Entwicklungsländern ein großes Problem sind.

Die veschmutzte Luft tötet jedes Jahr an die 7 Millionen Menschen, verursacht langfristige Gesundheitsprobleme wie etwa Asthma, und sie verringert die kognitive Entwicklung von Kindern. Laut Weltbank kostet Luftverschmutzung die Gesellschaften jährlich mehr als 5 Billionen US$. 

Viele Luftschadstoffe tragen auch zur globalen Erwärmung bei. Ruß ist ein Beispiel dafür. Er entsteht durch Dieselmotoren, beim Verbrennen von Müll, dem Verwenden von Kohle und Holz in Küchenöfen und er ist extrem schädlich, wenn er eingeatmet wird. Eine Reduktion des Ausstoßes solcher Verschmutzer würde nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung verbessern, sie könnte auch die globale Erwärmung um bis zu 0.5 Grad Celsius über die nächsten paar Jahrzehnte mildern.

Die Luftverschmutzung bekämpfen bietet deshalb eine doppelte Möglichkeit, denn es gibt viele erfolgreiche Initiativen, die sowohl die Luft reinigen, als auch die Treibhausgasemissionen reduzieren, wie etwa durch das Auslaufenlassen von Kohlekraftwerken und die Förderung weniger verschmutzender Industrie, Transporten und Hausbrand. Investitionen in erneuerbare Energieträger, die jedes Jahr die fossilen Brennstoffe überholen, und das Ansteigen sauberer Energie helfen  weltweit. Umweltfreundlichere Transporte werden ebenfalls auf der ganzen Welt mehr.

Die Hoffnung liegt in solchen Initiativen, konzipiert, um die Luftqualität zu verbessern und den Klimawandel zu bekämpfen. Ich appelliere an alle, die am Klimagipfel teilnehmen werden, den ich im September einberufe, sich von solchen Beispielen motivieren zu lassen. Es gibt keinen Grund, warum die internationale Gemeinschaft nicht handeln könnte. Vorbilder gibt es im Montreal Protokoll. Wissenschafter identifizierten eine große Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung und des Planeten, und Regierungen und Unternehmen handelten, um die Ozonschicht zu schützen.   

Heute stehen wir einer ebenso dringlichen Krise gegenüber. Es ist Zeit, entschlossen zu handeln. Meine Botschaft an die Regierungen ist klar: Umweltverschmutzung besteuern; Unterstützungen für fossile Brennstoffe beenden; keine neuen Kohlekraftwertke mehr bauen. Wir brauchen eine grüne Wirtschaft, keine graue Wirtschaft.

Am Weltumwelttag bitte ich Sie alle zu handeln, damit wir besser atmen können. Vom Druck auf die Politiker und Unternehmen bis zur Änderung unserer eigenen Gewohnheiten, wir können die Luftverschmutzung reduzieren und den Klimawandel bekämpfen.

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