Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/408
7. März 2013

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

Botschaft zum Internationalen Frauentag

8. März 2013

WIEN, 8. März (UNO-Informationsdienst) - An diesem Internationalen Frauentag müssen wir auf ein Jahr schockierender Gewalt gegen Frauen und Mädchen zurückblicken und uns fragen, wie wir in diesem Bereich eine bessere Zukunft schaffen können.

Eine junge Frau wurde von mehreren Männern so lange vergewaltigt, bis sie starb. Eine andere beging Selbstmord, weil sie sich schämte. Die Scham hätte die Täter überkommen sollen. Ein Mädchen ist aus nächster Nähe erschossen worden, weil sie eine Ausbildung gefordert hatte.

Diese Abscheulichkeiten, die zurecht weltweite Entrüstung ausgelöst haben, sind Teil eines weit größeren Problems, dass praktisch jede Gesellschaft und jeden Lebensbereich durchdringt.

Sehen Sie sich die Frauen in Ihrer Nähe an. Denken Sie an die, die Sie in Ihrer Familie und Ihrem Umfeld wertschätzen. Und dann denken Sie daran, dass eine hohe statistische Wahrscheinlichkeit besteht, dass viele von ihnen in ihrem Leben Gewalt erfahren haben oder noch erleben werden. Viele andere haben nach einer Gewalttat ihre Schwester oder Freundin trösten müssen.

An diesem Internationalen Frauentag muss uns die Wut über diese Taten zum Handeln bewegen. Wir müssen Gewalt gegen Frauen verfolgen und dürfen niemals zulassen, dass Frauen für den erlebten Missbrauch auch noch bestraft werden. Wir müssen diesen Kampf überall aufnehmen - Zuhause und am Arbeitsplatz, in Kriegsgebieten und in scheinbar friedlichen Ländern. Vor allem aber müssen wir die Haltung der Menschen ändern, die es zulassen, dass diese Gewalt weiter besteht.

Besonders wichtig sind uns Frauen, die in Konfliktgebieten leben. Dort wird  sexuelle Gewalt zu oft zum Kriegsinstrument, durch das die Gegner erniedrigt werden und ihre Würde verlieren sollen.

Diesen Frauen sage ich: Die Vereinten Nationen sind an ihrer Seite. Als Generalsekretär bestehe ich darauf, dass das Wohlergehen aller Opfer sexueller Gewalt an oberster Stelle unseres Handelns stehen muss. Und ich beauftrage alle hochrangigen Berater, unser Handeln gegen sexuelle Gewalt bei all unseren friedensschaffenden und friedenssichernden Aktivitäten zur Priorität zu machen.

Die Vereinten Nationen treiben ihre 'UNiTE to End Violence against Women'-Kampagne voran, deren Prämisse es ist, dass Frauen und Mädchen grundlegende Menschenrechte haben und frei von Gewalt leben können.

In dieser Woche tagt in New York die Kommission für die Rechtsstellung der Frau. Es ist das größte Treffen der UNO, das es jemals gegeben hat, um der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu setzen. Auch danach werden wir alles tun müssen, um Fortschritte zu erzielen.

Ich begrüße die vielen Regierungen, Gruppen und Einzelnen, die an dieser Kampagne teilgenommen haben. Ich rufe alle auf, sich unseren Bemühungen anzuschließen. Es kommt auf jeden Einzelnen an. Ob Sie einer Initiative gegen Frauengewalt Geld spenden oder Ihre Stimme erheben: Sie alle können Teil einer weltweiten Bewegung gegen diese Ungerechtigkeit werden und dafür sorgen, dass Mädchen und Frauen die Sicherheit und Freiheit bekommen, die sie verdienen.

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