Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/275
20. Juni 2011

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

"Immer mehr Menschen flüchten vor extremer Armut, Umweltzerstörung und Klimawandel"

Erklärung zum Weltflüchtlingstag,
20. Juni 2011

WIEN, 20. Juni (UNO-Informationsdienst) - Dieses Jahr begehen wir den 60sten Jahrestag der Flüchtlingskonvention von 1951. UNHCR, der Flüchtlingshochkommissar der UNO wurde ebenfalls vor 60 Jahren gegründet. Während dieser Zeit wurde die Füchtlingshilfe und Hilfe für andere Vertriebene weder weniger noch wurde sie leichter.

Damals wie heute ist Krieg der Hauptgrund für Flucht und Vertreibung. Anhaltende Konflikte oder Instabilität in Ländern wie Somalia, Irak oder Afghanistan und ausufernde Krisen in Nordafrika und dem Nahen Osten tragen dazu bei, dass es heute fast 44 Millionen gewaltsam vertriebene Menschen gibt.

In der heutigen Welt sind die Gründe für Vertreibungen vielfältiger. Während UNHCR traditionellerweise gerufen wurde, um Menschen zu helfen, die vor Konflikten flohen oder verfolgt wurden, so fliehen Menschen heute vor extremer Armut, Umweltzerstörung, Klimawandel und der wachsenden und komplexen Wechselbeziehung zwischen diesen Faktoren und Konflikten.

Die Last, gewaltsam vertriebenen Menschen zu helfen, ist stark ungleich. Arme Länder nehmen weitaus mehr Vertriebene auf, als die reicheren. Während eine anti-Flüchtlingsstimmung am lautesten in den Industrieländern zu hören ist, nehmen die Entwicklungsländer 80 Prozent der weltweiten Flüchtlinge auf. Diese Situation bedarf einer vernünftigen Lösung.

Niemand möchte Flüchtling werden. Niemand sollte so eine erniedrigende und mühsame Tortur ertragen müssen. Millionen müssen es dennoch. Selbst ein Flüchtling, der gezwungen ist zu fliehen, ein Flüchtling, der gezwungen ist, zur Gefahr zurückzukehren, ist einer zuviel. Am diesjährigen Weltflüchtlingstag bitte ich die Menschen weltweit, einmal an die Millionen von Kindern, Frauen und Männern zu denken, die gewaltsam von ihrem Zuhause vertrieben wurden, die ihr Leben riskieren, und die, in vielen Fällen, sich nichts mehr wünschen, als nach Hause zurückzukehren und neu zu beginnen. Lassen Sie uns niemals die Sicht auf eine gemeinsame Verantworung für Menschlichkeit verlieren.

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