Presseaussendungen

  SG/SM/7737
15. März 2001

Generalsekretär Kofi Annan:

Rassendiskriminierung ist kein unabwendbares Schicksal

Erklärung zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung (21. März)

NEW YORK, 21. März -- 1966 proklamierte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 21. März zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung und rief die Staatengemeinschaft auf, ihre Anstrengungen zur Bekämpfung rassischer Diskriminierung zu verdoppeln. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Heute begehen wir den Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung. An diesem Tag können wir viele weltweite Fortschritte zur Befreiung von Rassenhass feiern. Wir sollen aber auch über die weiter bestehenden Herausforderungen nachdenken und unser Engagement zu deren Bewältigung erneuern.

Dieser Tag wurde auf den 21. März festgelegt, um des Massakers in Sharpeville, Südafrika, zu gedenken, bei dem die Polizei 1960 das Feuer auf eine friedliche Demonstration gegen die "Paßgesetze" des Apartheidregimes eröffnete und insgesamt 69 Menschen erschoß. Wir müssen alle froh darüber sein, dass die Apartheid jetzt der Vergangenheit angehört. In diesem Jahr werden Delegierte aus allen Teilen der Welt in einem freien Südafrika zusammenkommen, um auf der Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz darüber zu beraten, was gegen die verschiedenen Formen des Rassismus getan werden kann, unter denen unsere Welt weiter zu leiden hat.

Diese Formen der Intoleranz sind oft nicht so offensichtlich wie die Apartheid, aber um nichts weniger bösartig. In der ganzen Welt leiden Flüchtlinge, indigene Völker und Asylsuchende immer noch an den Demütigungen rassischer Diskriminierung. Armut, Arbeitslosigkeit und schlechtere Schulbildung sind unter ethnischen Minderheiten weiterhin unverhältnismäßig größer als unter den dominierenden Bevölkerungsgruppen. Ethnische Minderheiten sind weniger oft in politischen Strukturen, dafür umso häufiger in Gefängnissen vertreten. Sie haben weniger Zugang zu qualitativer Gesundheitsvorsorge und dementsprechend eine geringere Lebenserwartung.

Diese und andere Formen rassischer Ungerechtigkeiten sind bittere Realität in unserer Gegenwart, aber sie sind nicht für alle Zukunft unabwendbar. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die Weltkonferenz zu einem Erfolg werden zu lassen, mit der Hoffnung, dass wir eines Tages das Jahr 2001 als das Jahr des Anfangs vom Ende der Rassendiskriminierung feiern können.

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