Die Konferenzen von Dumbarton Oaks und Jalta

    Die Erklärung von St. James

    Die Atlantik-Charta

    Die Erklärung der Vereinten Nationen

    Moskau und Teheran

    Die Konferenzen von Dumbarton Oaks und Jalta

    Die Konferenz von San Francisco

    Die Prinzipien der zukünftigen Weltorganisation waren damit niedergelegt. Es war von der Bestimmung der Grundsätze und des Zwecks der Organisation zur Schaffung ihrer Strukturen aber noch ein großer Schritt. Ein Entwurf musste von vielen Nationen vorbereitet und angenommen werden.

    Zu diesem Zweck trafen sich Vertreter Chinas, der Sowjetunion, des Vereinten Königreiches und der Vereinigten Staaten zu einer Konferenz in Dumbarton Oaks, einer Privatvilla in Washington D.C.

    Die Gespräche endeten am 7. Oktober 1944 mit einem Vorschlag über die Struktur einer Weltorganisation, der von den vier Mächten an alle Regierungen der Vereinten Nationen und an die Menschen aller Länder zur sorgfältigen Begutachtung und Diskussion übergeben wurde.

    Dumbarton Oaks

    Entsprechend den Vorschlägen von Dumbarton Oaks sollten vier Hauptorgane die Organisation begründen, die als Vereinte Nationen bekannt werden sollte.

    Eine Generalversammlung setzte sich aus allen Mitgliedstaaten zusammen. Der Sicherheitsrat umfasste elf Mitglieder, von denen fünf ständige Mitglieder sind und die restlichen sechs von den verblieben Mitgliedern der Generalversammlung auf zwei Jahre ins Amt berufen werden. Das dritte Organ war ein Internationaler Gerichtshof und das vierte ein Sekretariat. Auch ein Wirtschafts- und Sozialrat, der unter der Aufsicht der Generalversammlung arbeitete, war vorgesehen.

    Der Kern des Plans war, die Verantwortung zur Verhinderung eines zukünftigen Krieges dem Sicherheitsrat zu übertragen. Die Generalversammlung konnte Analysen anstellen, Diskussionen führen und Empfehlungen abgeben, um die internationale Zusammenarbeit zu fördern und Situationen, die voraussichtlich das staatliche Wohlergehen beeinträchtigen, zu korrigieren. Sie konnte Probleme der Zusammenarbeit bei der Erhaltung des Friedens und der Sicherheit, sowie Abrüstung im Allgemeinen prüfen, aber keine Empfehlungen über irgendein Thema, das vom Sicherheitsrat behandelt wird sowie alle Fragen, die Aktion erfordern, abgeben.
    Das tatsächliche Abstimmungsverfahren im Sicherheitsrat - eine entscheidend wichtige Frage - wurde in Dumbarton Oaks für spätere Diskussionen offen gelassen.

    Ein weiterer wichtiger Teil des Plans von Dumbarton Oaks war, dass Mitgliedstaaten dem Sicherheitsrat in seiner Aufgabe Kriege zu verhindern und Gewalttaten abzustellen, bewaffnete Truppen zur Verfügung stellen. Es war die allgemeine Meinung, dass das Fehlen solch einer Truppe eine verhängnisvolle Schwäche des Völkerbunds zur Erhaltung des Friedens war.

    Die Vorschläge von Dumbarton Oaks wurden umfangreich in den Ländern der Alliierten diskutiert. Die britische Regierung legte einen detaillierten Kommentar vor und in den Vereinigten Staaten verteilte das Außenministerium 1,9 Millionen Exemplare des Textes, der auch in Vortragsveranstaltungen, Radiosendungen und Filmen erklärt wurde. Kommentare und konstruktive Kritik kamen von mehreren Regierungen, beispielsweise Australien, Belgien, Frankreich, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Polen, der Sowjetunion, der Südafrikanischen Union, der Tschechoslowakei, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

    Ausgiebige Presse- und Radiodiskussionen halfen den Menschen in den Ländern der Alliierten, die Vorzüge des neuen Plans für den Frieden zu bewerten.

    Viel Aufmerksamkeit schenkte man den Unterschieden zwischen dem neuen Plan und den Bestimmungen des Völkerbundes. Allgemein wurde anerkannt, dass es ein nennenswerter Forschritt sei, bewaffnete Truppen dem Sicherheitsrat zur Verfügung zu stellen.

    Eine entscheidende Lücke in den Vorschlägen von Dumbarton Oaks musste noch gefüllt werden, nämlich das Abstimmungsverfahren im Sicherheitsrat. Dies geschah in Jalta auf der Krim, wo Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt und Joseph Stalin gemeinsam mit ihren Außenministern und Stabschefs zu einer Konferenz zusammen trafen. Am 11. Februar 1945 verkündete die Konferenz, dass diese Frage gelöst worden sei und berief zur Konferenz von San Fransisco ein.

    "Wir sind fest entschlossen," verkündeten die drei Staatschefs, "so früh wie möglich die Errichtung einer allgemeinen internationalen Organisation zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit mit unseren Verbündeten zu gründen …"

    "Wir sind überein gekommen, dass eine Konferenz der Vereinten Nationen in San Francisco in den Vereinigten Staaten für den 25. April 1945 einberufen werden soll, um die Charta einer solchen Organisation vorzubereiten, die sich auf die Gespräche von Dumbarton Oaks stützt."

    Die Einladungen wurden am 5. März 1945 versandt. Die Eingeladenen wurden gleichzeitig über die erzielte Vereinbarung in Jalta über das Abstimmverfahren im Sicherheitsrat informiert.

    Bald darauf, Anfang April, verstarb überraschend US-Präsident Franklin D. Roosevelt, dessen staatsmännische Fähigkeiten dem Entstehen der Konferenz viel zu verdanken hat. Für einige Zeit herrschte Angst, dass die Konferenz verschoben werden müsste, aber US-Präsident Harry S. Truman entschied, alle bereits getroffenen Maßnahmen durchzuführen, und die Konferenz begann damit zum vereinbarten Termin.