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Der Klimawandel
Die Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche ist seit Ende des 19. Jahrhunderts um 0,74 Grad Celsius gestiegen. Wissenschaftlichen Modellen zufolge wird sie bis zum Jahr 2100 um weitere 1,8 bis 4 Grad Celsius ansteigen. Das bedeutet rapide und tief greifende Veränderungen, wenn notwendige Maßnahmen nicht ergriffen werden. Selbst im Falle des geschätzten minimalen Temperaturanstiegs wäre ein größerer Klimawandel die Folge als in den letzten 10.000 Jahren.
Der Grund für die steigenden Temperaturen sind eineinhalb Jahrhunderte Industrialisierung: das Verbrennen von immer größeren Mengen an Öl, Gas und Kohle, das Abholzen von Wäldern sowie bestimmte landwirtschaftliche Methoden.
Diese Aktivitäten haben die Menge an Treibhausgasen, speziell Kohlendioxid, Methan und Distickstoff, in der Atmosphäre erhöht. Als natürlich vorkommende Gase haben sie eine wesentliche Bedeutung für das Leben auf der Erde. Sie halten zum Beispiel einen Teil der Sonnenwärme davon ab, wieder zurück ins All zu reflektieren. Ohne sie wäre die Welt ein kalter und öder Ort. Aber in gesteigerter Quantität treiben diese Gase die globale Temperatur in die Höhe und verändern das Klima. Elf der letzten zwölf Jahre zählen zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen, mit 2005 als dem wärmsten Jahr überhaupt.
Klimaänderungen können schwere Folgen haben: Das Aussterben der Dinosaurier ist beispielsweise darauf zurückzuführen. Die gängige Theorie besagt, dass vor rund 65 Millionen Jahren die Dinosaurier den Aufprall eines riesigen Meteoriten auf die Erde nicht überlebten. Bei diesem Zusammenstoß wurde so viel Staub aufgewirbelt und gelangte in die Atmosphäre, dass drei Jahre lang Dunkelheit herrschte. Es drang so wenig Sonnenlicht auf die Erde, dass viele Pflanzen in ihrem Wachstum gehemmt wurden. Die Temperatur sank, die Nahrungskette brach zusammen, und viele Tierarten starben aus.
Was den Dinosauriern zum Verhängnis wurde, ist nur ein - wenn auch drastisches -Beispiel dafür, was Klimaänderungen bedeuten können, aber nicht das einzige. Forschungen in Eis- und Seeablagerungen zeigen, dass in der Erdgeschichte das Klimasystem auch andere abrupte Fluktuationen erlebt hat. Auch wenn Wissenschaftler noch immer analysieren, was bei diesen früheren Ereignissen passiert ist, ist eines klar: Eine hoch belastete Welt mit 6,3 Milliarden Bewohnern ist kein Ort, um unkontrollierte Experimente mit dem Klima durchzuführenhren.
Es wird erwartet, dass der gegenwärtige Trend der Erwärmung zum Aussterben unzähliger Pflanzen- und Tierarten führen wird, die ohnehin bereits durch Verschmutzung und Verlust des Lebensraums geschwächt sind. Sie werden die kommenden 100 Jahre nicht überleben. Die Menschheit, die nicht in dieser Weise gefährdet ist, wird wahrscheinlich erhöhten Schwierigkeiten gegenüberstehen. Vergangene schwere Stürme, Überflutungen und Dürreperioden zum Beispiel scheinen zu zeigen, dass Computersimulationen, die eine Vervielfachung der extremen Wetterereignisse voraussagen, korrekt sind.
Der durchschnittliche Meeresspiegel stieg während des 20. Jahrhunderts um 10 bis 20 cm, eine zusätzliche Steigerung auf 18 bis 59 cm bis zum Jahr 2100 wird erwartet, da höhere Temperaturen eine Ausdehnung des Volumens der Ozeane verursachen und schmelzende Gletscher und Eiskappen mehr Wasser hinzu fügen. Wenn das höhere Ende des Spektrums erreicht wird, könnte das Meer überbevölkerte Küstenlinien von Ländern wie Bangladesch überfluten, das Verschwinden ganzer Staaten verursachen - wie die Inselstaaten der Malediven -, Frischwasser-Reservoirs für Milliarden von Menschen verfaulen lassen und Massenmigrationen auslösen.
Es ist zu erwarten, dass sich die landwirtschaftlichen Ernteerträge in den meisten tropischen und subtropischen Regionen, ebenso wie in gemäßigten Klimazonen verringern werden, wenn die Temperatur um mehr als einige Grad Celsius steigt. Auch das Austrocknen der Kernzonen in kontinentalen Regionen wie Zentralasien, dem afrikanischen Sahel und den Präriegebieten im Westen der Vereinigten Staaten wird prognostiziert. Diese Änderungen könnten als minimale Folge Störungen in der Landwirtschaft und in der Nahrungsversorgung auslösen. Außerdem könnte sich eine Reihe von Krankheiten, wie zum Beispiel Malaria, weiter ausbreiten.
Die globale Erwärmung ist ein "modernes" Problem - kompliziert und die ganze Welt umfassend, verknüpft mit Problemstellungen wie Armut, ökonomischer Entwicklung und Bevölkerungszunahme. Damit umzugehen ist kein Leichtes. Es zu ignorieren macht alles schlimmer.
Klimaänderungen bestimmen das Schicksal des Menschen. Nun scheint der Mensch das globale Klima zu ändern. Wohin das führt, ist ungewiß; sollten sich jedoch die derzeitigen Vorhersagen bewahrheiten, dann werden die Klimaänderungen im nächsten Jahrhundert einschneidender sein als alle Klimaänderungen seit Menschengedenken. Soweit derzeit abzusehen ist, wird die wichtigste Änderung die Erdatmosphäre betreffen. Der riesige Meteorit, der das Schicksal der Dinosaurier besiegelte, wirbelte große Staubwolken in die Luft. Wir gehen zwar subtiler, aber ebenso zerstörerisch zu Werke. Wir ändern das Gleichgewicht der Gase, die die Atmosphäre bilden. Das gilt vor allem für die sogenannten "Treibhausgase". Eine Erhöhung der Emissionen führt zur globalen Erwärmung, dem sogenannten "Treibhauseffekt". Während die Wissenschaftler fieberhaft forschen, um mehr über die Auswirkungen unserer Treibhausgasemissionen herauszufinden, haben sich Länder weltweit zusammengeschlossen, um das Problem gemeinsam anzugehen.
1988 wurde von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) die
Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe über Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) geschaffen. Diese überprüft wissenschaftliche Forschungen und stellt den Regierungen Zusammenfassungen und Ratschläge über Klimaprobleme zur Verfügung.
1992 einigten sich die meisten Länder auf einen internationalen Vertrag - dem
Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen - um zu überlegen, wie man die globale Erwärumg reduzieren und mit einem unvermeidbaren Anstieg der Temperatur umgehen kann.
Eine Reihe von Nationen haben einem Zusatz zu diesem Vertrag zugestimmt. Das
Protokoll von Kyoto, am 16. Februar 2005 in Kraft trat, umfasst stärkere und gesetzlich bindende Maßnahmen.
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