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Das Leid der Mädchensoldatinnen

Als sie Holz für ihre Mutter sammelte, wurde sie im Jahr 2003 von der LRA entführt. Diese 15-jährige ehemalige Kindersoldatin wird von der Kitgum Concerned Women's Association (KICWA) betreut - einer von UNICEF unterstützten nichtstaatlichen Organisation - in der nordugandischen Stadt Kitgum. Foto: UNICEF/Roger LeMoyne

Obwohl die prekäre Lage von Kindersoldaten, die in Konflikte weltweit verwickelt sind, bekannt ist, bleibt das Schicksal der Mädchen häufig übersehen. Sie sind oft Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung und werden von Rebellengruppen rekrutiert, damit sie als Soldatinnen und "Sexsklavinnen" dienen. Selbst wenn sie befreit werden, bleibt das Stigma der Vergewaltigungen und ihre ehemalige Verbindung mit den Milizen an ihnen haften.

Die Geschichte

Die Art und Weise, wie die gerade 13-jährige Eva ihr vier Monate altes Baby trägt, zeigt das Ausmaß ihres Leids. Sie war auf dem Weg zur Schule entführt, von einer Gruppe vergewaltigt und gezwungen worden ihre Blöße zur Schau zur stellen. Mehr als zwei Jahre lang ist sie von einer bewaffneten Oppositionsgruppe im Ostkongo als Sexsklavin missbraucht worden. Nach mehreren Versuchen gelang ihr die Flucht, wobei sie feststellte, dass sie schwanger war. Von mehreren Gemeinwesen ausgestoßen, ging sie von Dorf zu Dorf, bevor sie im Panzi Hospital in Bakavu in der Demokratischen Republik Kongo aufgenommen wurde. "Wir übersehen viele Mädchen bei unseren Vermittlungen, weil viele von ihnen nicht bereit sind vorzutreten, damit man sie nicht als "Buschfrauen" identifiziert oder ihre Kinder "Rebellenbabies" nennt, sagt Radhika Coomaraswamy, Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für Kinder in bewaffneten Konflikten.

Gemeinschaften stigmatisieren und verfemen oft Mädchen aufgrund ihrer Verbindung zu den Rebellengruppen und aufgrund des "Makels" der Vergewaltigung. Dort, wo Bindungen zwischen Verfolgern und ihren Opfern mit Entführung, Vergewaltigung und Gewalt begannen, haben sich ironischer Weise über die Jahre eine Art "Familienverbände" gebildet, die auch die Kinder mitumfassen, die das Ergebnis von Vergewaltigung sind. Oft verweigern die Rebellengruppen kategorisch die Mädchen aufzugeben, auch nachdem sie sich verpflichtet haben, die Kinder freizulassen. Die Wiedereingliederung wird als der letzte Schritt zur Entwaffnung und Demobilisierung der bewaffneten Gruppen gesehen.

Für Kindersoldaten kann es ein sehr komplexer und mühsamer Prozess sein, der soziale Beratung, Betreuung und andere Formen von Fürsorge über wirtschaftliche und erzieherische Unterstützung hinaus erfordert. Die Mädchen - viele von ihnen sind Mütter - brauchen beim Wiederaufbau ihres Lebens längerfristige Unterstützung. Emotionales Vertrauen aufzubauen und sich mit der Familie und der Gemeinschaft zu versöhnen ist für die Mädchen ebenso wichtig wie ihnen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und die Mittel zum eigenen Lebensunterhalt zu geben.

Der Hintergrund

  • Der Bericht des Generalsekretärs über die Situation von Kindern und bewaffneten Konflikten (A/62/609-S/2007/757) listet 58 staatliche und nichtstaatliche Akteure auf, die weltweit Kinder in bewaffneten Konflikten in 13 Ländern rekrutieren bzw. einsetzen. Im Übereinkommen über die Rechte des Kindes sind Kinder als Personen unter 18 Jahren definiert. Berichte der letzten Jahrzehnte führten oft eine geschätzte Ziffer zwischen 250.000 und 300.000 Kindern an, die mit Streitkräften bzw. bewaffneten Gruppen in Verbindung stehen. Beinahe ein Drittel der Kindersoldaten in Norduganda sind weiblich und besonders schutzlos. Über das Phänomen der Mädchensoldatinnen wird weltweit zu wenig berichtet; es stellt aber eine wichtige Komponente der Kindsrekrutierung dar.
  • Mädchen, besonders im Jugendalter, gelten als verletzlicher im Hinblick auf geschlechtsbezogene Gewalt (darunter Vergewaltigung, sexuelle Ausbeutung, geschlechtliche Verstümmelung, Menschenhandel, erzwungene Prostitution, Heirat und Befruchtung). Viele laufen Gefahr, sich mit HIV/Aids anzustecken und von Milizen als Soldatinnen, Köchinnen, Trägerinnen, Spioninnen und Sexsklavinnen rekrutiert zu werden.
  • Die Anwendung von Vergewaltigungen und sexueller Gewalt als Kriegstaktik und die Straflosigkeit der Täter stellen ein besonderes Risiko für junge Mädchen in Konfliktzonen dar. In der Demokratischen Republik Kongo zum Beispiel machen Kinder 33 Prozent aller Vergewaltigungsopfer aus.
  • Vertreter aus 58 Ländern trafen sich in Paris im Februar 2007 und verpflichteten sich, den gesetzwidrigen Rekrutierungen und der Verwendung von Kindern in bewaffneten Konflikten ein Ende zu setzen. Die Pariser Konferenz, die von der französischen Regierung und UNICEF veranstaltet wurde, brachte sowohl Gebernationen als auch Länder zusammen, in denen Kinder als Soldaten eingesetzt sind, um das Problem der Kindsrekrutierung zu lösen und den politischen Willen gegen diese Entwicklung wach zu rütteln.
  • Die "Pariser Grundsätze und Richtlinien in Bezug auf Kinder, die mit bewaffneten Gruppen in Verbindung stehen" eröffnen zwei Wege, das Problem der Kindersoldaten anzugehen. Der eine Weg ist ein ernsthaftes internationales Engagement, Praktiken, die mit der Rekrutierung von Kindersoldaten in Zusammenhang stehen, zu verbieten. Der andere Weg ist sicherzustellen, dass das Engagement in einen realen und anhaltenden Schutz für Kinder und ihren Familien umgesetzt wird, wenn sie ihr ziviles Leben wieder aufnehmen. Im Oktober 2007 unterzeichneten sieben weitere Staaten die Richtlinien zur Beendigung des Einsatzes von Kindern in bewaffneten Konflikten

Pressekontakt:

Laurence Gerard
Office of the Special Representative of the Secretary-General for Children and Armed Conflict
Tel: (+1-212) 963 0984
Email

Luca Solimeo
Office of the Special Representative of the Secretary-General for Children and Armed Conflict
Tel: (+1-917) 367 3563
Email

Nützliche Links:

Büro des Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte

Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF)

Kinderschutz vor Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch (Englisch)

Die Pariser Prinzipien - Grundsätze und Richtlinien in Bezug auf Kinder, die mit bewaffneten Gruppen in Verbindung stehen (Englisch)

Bericht des Generalsekretärs über die Situation von Kindern und bewaffneten Konflikten (A/62/609-S/2007/757) (21. Dezember 2007)

Bericht an die Generalversammlung des Sonderbeauftragten des Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte (A/62/228) (13. August 2007)

Africa Renewal

UN News Service

 

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