Presseaussendungen

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UNIS/SGSM/633
27. Mai 2015

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:

Erklärung zum Internationalen Tag der Friedenssicherungskräfte der Vereinten Nationen

29. Mai 2015

WIEN, 29. Mai (UNO-Informationsdienst) - Der diesjährige Internationale Tag der UNO-Friedenssicherungskräfte, der in das 70-Jahr-Jubiläum der Vereinten Nationen fällt, bietet die Chance, den unschätzbaren Beitrag der Blauhelme zur stolzen Geschichte der Organisation zu honorieren. Die Friedenssicherung der Vereinten Nationen hat das Ziel der UNO-Charta, "unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren", lebendig gemacht. Nach Jahren des Kampfes und der Opfer haben die kultigen Blauhelme ihren Platz als Symbol der Hoffnung für Millionen Menschen in von Kriegen verwüsteten Ländern gefunden.

Die UNO-Friedenssicherung unterstützt eine Verteilung  der Risiken aber auch Möglichkeiten auf große und kleine Länder sowie auf entwickelte und Entwicklungsländer. Ich gratuliere den mehr als 107.000 uniformierten Peacekeepern aus 122 Ländern, die derzeit für 16 Missionen Truppen und Polizeikräfte stellen.

In ihren  70 Jahren haben die Vereinten Nationen 71 Friedenssicherungseinsätze geschaffen. Mehr als eine Million Menschen haben als Peacekeepers gedient, Ländern beim Erlangen ihrer Unabhängigkeit geholfen, historische Wahlen unterstützt, Zivilisten geschützt, Hunderttausende ehemalige Kämpfer entwaffnet, Rechtsstaatlichkeit geschaffen, Menschenrechte gefördert und für Flüchtlinge und Vertriebene Bedingungen geschaffen, damit diese wieder in ihre Heimat zurückkehren konnten. Wir sollten alle auf diese Leistungen stolz sein. 

Heute passt sich die Friedenssicherung an neue globale Realitäten an, einschließlich asymmetrischer Bedrohungen in einigen der schwierigsten Gegenden der Welt. Wir haben unsere Operationen modernisiert, neue Technologien eingeführt, die Basis der Beitragszahler erweitert und unsere Partnerschaften mit regionalen Organisationen gestärkt.

Gleichzeitig bedarf es einer Erhöhung der Ressourcen. Wir brauchen eine bessere Finanzierung, Ausbildung und Ausrüstung. Unsere Truppen und Polizeieinheiten müssen immer komplexere Mandate erfüllen während sie den höchsten Verhaltenstandards entsprechen müssen. Wir brauchen entwickelte Länder, um ihre historisch einflussreiche Rolle as Truppensteller fortzusetzen. Wir brauchen von den Mitgliedstaaten eine stärkere politische Unterstützung, die für die Bewilligung, Finanzierung und die Truppenstellung der Missionen verantwortlich sind.

Um herauszufinden, wie man diesen Herausforderungen am besten begegnet, bestellte ich ein Hochrangiges Unabhängiges Gremium, um den Stand der heutigen UN-Friedensoperationen - sowohl die Friedenssicherungs- als auch die politischen Missionen - und den wachsenden Bedarf in der Zukunft zu bewerten. Dies wird der erste große Bericht seit 2000 und ich freue mich auf eine klare und umfangreiche Reihe an Empfehlungen.

Heute gedenken wir all jener, die ihr Leben für den Frieden gaben und zollen all jenen Männern und Frauen Tribut, die das Vermächtnis bei ihren Diensten im Feld weitertragen. Mehr als 3.300 Peacekeepers haben während ihres Einsatzes unter der UNO-Flagge ihr Leben verloren, allein im letzten Jahr 126. Da auf Friedenssicherer mit selbstgebauten Sprengkörpern oder  komplexen terroristischen Angriffen gezielt wird, werden auch die Risiken immer größer. 

Wir feiern sieben Jahrzehnte Vereinte Nationen. Lasst uns unseren Teil dazu beitragen, um die Effizienz dieses Flagschiff-Unternehmens der Organisation zu gewährleisten.

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